Benutzerspezifische Werkzeuge

Telekonferenz

Telekonferenzen unterstützen die explizite, synchrone Kommunikation zwischen häufig mehr als zwei räumlich verteilten Kommunikationspartnern. Sie können mittels herkömmlicher Telefone und Telefonleitungen oder aber mit Hilfe von Computern IP-basiert durchgeführt werden.

Begriff

Die Telekonferenz ist ein Kommunikationshilfsmittel zur Unterstützung der Arbeit räumlich verteilter Teams. Nach [Teufel et al. 1995, S. 23 f.] lässt sich Kommunikationstechnik mit Hilfe folgender Charakteristika beschreiben:

  • Kommunikationskanal (verwendete Medientypen): Über den Kommunikationskanal werden Zeichen- oder Symbolketten ausgetauscht, die von bestimmten Sinnesmodalitäten rezipiert werden können [Härder 2003, S. 24]. Nach [Weidenmann 2002, S. 47] können technische Kommunikationssysteme monocodal oder multicodal sein. Telekonferenzen unterstützen je nach konkreter Ausprägung nur die sprachbasierte Kommunikation (Telefonkonferenz) und sind dann als monocodal zu klassifizieren, oder sie unterstützen auch die Kommunikation mittels Bewegtbildern und sind dann als multicodal zu bezeichnen.
  • Zeitliche Verteilung: Kommunikation kann zeitgleich (synchron) oder zeitverschieden (asynchron) stattfinden. Telekonferenzen sind eine synchrone Kommunikationsform.
  • Örtliche Verteilung: Kommunikation kann lokal, also in räumlicher Nähe, oder aber räumlich entfernt (verteilt) stattfinden. Telekonferenzen unterstützen die räumlich verteilte Kommunikation.
  • Anzahl der Kommunikationsteilnehmer: An einer Kommunikation sind mindestens zwei (bilaterale Kommunikation) Kommunikationspartner beteiligt. Telekonferenzen werden häufig aber mit sehr viel mehr Teilnehmern durchgeführt (multilaterale Kommunikation). Eine spezifische Variante sind Formen, bei denen ein Redner längere Zeit zu mehreren (zunächst passiven) Teilnehmern spricht (z.B. Webinar).
  • Art der Kommunikation. Es ist zwischen expliziter und impliziter Kommunikation zu unterscheiden. Die explizite Kommunikation ist eine aktive Kommunikation. Sie bedient sich des direkten Gesprächs. Implizite Kommunikation findet in indirekter Form über vermittelnde Medien (Dokumente) statt. Die Telekonferenz unterstützt die explizite Kommunikation.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Telekonferenzen die sprach- und teilweise bildbasierte und damit explizite, synchrone Kommunikation zwischen häufig mehr als zwei räumlich verteilten Kommunikationspartnern unterstützen. Der nachstehende morphologische Kasten verdeutlicht die Charakteristika.

 Telekonferenz_Abbildung_1

Abb. 1: Charakteristika der Telekonferenz 

 

Realisierung  

Telekonferenzen können auf zwei wesentliche Arten realisiert werden:

  1. Realisierung mittels vorhandener Telefone und Telefonleitungen für die rein sprachbasierte Kommunikation. Bei dieser Variante ist entweder ein dediziertes Equipment (Telefonanlage innerhalb eines Unternehmens) oder aber ein Konferenzdienstleiter erforderlich, der den Konferenzteilnehmern einen virtuellen Konferenzraum zur Verfügung stellt. Hierzu ist eine einmalige Registrierung seitens eines Konferenzinitiators erforderlich. Der Konferenzraum ist anschließend über eine spezifische Telefonnummer von jedem Teilnehmer über sein Festnetz- oder Mobiltelefon anwählbar. Neben dieser Basisdienstleistung werden in der Regel weitere Dienste angeboten, wie z.B. die Möglichkeit, den Konferenzraum für weitere Eintritte zu sperren oder die Anzahl der Konferenzteilnehmer zu eruieren.
  2. Realisierung mittels Computern und dem Internetprotokoll für die multicodale Kommunikation. Hierfür ist auf Seiten der Konferenzteilnehmer einerseits spezifische Hardware erforderlich, wie Mikrofon und Kamera, die entweder bereits in den Computer integriert sind (Laptop, Tablet) oder separat über Schnittstellen ergänzt werden müssen. Andererseits ist eine Software erforderlich, über die die Konferenz durchgeführt werden kann (z.B. Cisco Webex, MS Teams oder Zoom). Die Konferenz-Software bietet in der Regel neben der reinen Übertragung von Audio- und Video-Signal zusätzliche Funktionalität zur Organisation der Konferenz. Hierzu zählen z.B. das Screensharing, die Warteraumfunktion oder Break-out-Sessions, mit Hilfe derer die Konferenzteilnehmer in mehrere kleinere Gruppen mit jeweils eigenem Sub-Koferenzraum eingeeilt werden können.

Literatur

Härder, Julia: Wissenskommunikation mit Desktop-Videokonferenzsystemen. Dissertation an der Universität Freiburg. http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1157/index.html (Abruf 13.06.2020).
Teufel, Stephanie; Sauter, Christian; Mühlherr, Thomas; Bauknecht, Kurt: Computerunterstützung für die Gruppenarbeit. Addison-Wesley: Bonn 1995. 
Computerunterstützung für die Gruppenarbeit.
Weidenmann, Bernd.: Multicodierung und Multimodalität im Lernprozess. In Issing, Ludwig; Klimsa, Paul (Hrsg.), Informationen und Lernen mit Multimedia (S. 45-64). BeltzPVU: Weinheim 2002, S. 45-62.
 
 
 
 
 
 

Prof. Dr. Svenja Hagenhoff, Professorin für E-Publishing und Digitale Märkte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Katholischer Kirchenplatz 9, 91054 Erlangen

Autoreninfo


Zuletzt bearbeitet: 29.09.2020 12:46
Letzter Abruf: 25.11.2020 06:18
Artikelaktionen