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Kommunikationssystemarchitekturen

Kommunikationssystemarchitekturen beschreiben, meist in der Form von Schichtenmodellen, die Elemente und Funktion von Kommunikationssystemen und stellen so die Basis für deren Entwurf und Pflege dar.

Die Verständigung der einzelnen Komponenten eines Kommunikationssystems untereinander ist Grundvoraussetzung für das Funktionieren des Gesamtsystems. Um ein solches Funktionieren in großen Kommunikationssystemen, wie dem Telefonsystem, dem Internet etc., zu gewährleisten, wurden standardisierte Modelle als Referenz für die Entwicklung der Systeme und ihrer Komponenten beschrieben.

Solche Kommunikationssystemarchitekturen verfolgen damit das Ziel, die Verständigung der einzelnen Komponenten und Geräte eines Kommunikationssystems sicherzustellen. Nach Häckelmann et al. bildet ein Architekturmodell „den Rahmen für Entwurfsentscheidungen bei der Systementwicklung.“ [Häckelmann et al. 2000, S. 25] Eine Systemarchitektur beschreibt damit die konkreten Bauprinzipien und Elemente eines Systems, sowie ihre Funktionsweise und ihr Zusammenwirken innerhalb des Systems.

Systemarchitekturen werden beschrieben, dokumentiert und genau spezifiziert, um die Offenheit eines Systems im Sinne der Interoperabilität und Portabilität zu gewährleisten. Interoperabilität beschreibt die Integration des Systems in eine bestehende Systemumgebung, während mit Portabilität die Übertragbarkeit auf andere technische Plattformen bezeichnet wird. Offene Systeme, die sich an internationale Standards halten, können demnach einfacher integriert, genutzt und mit anderen Systemen verbunden werden. Letztlich steigt der Nutzen eines Kommunikationssystems für den einzelnen Teilnehmer genau mit seiner Offenheit, konkret also der Möglichkeit, schnell und unkompliziert weitere Teilnehmer und Systemkomponenten dem Netz hinzufügen zu können.

Ein weiterer Grund für die Nutzung von Architekturmodellen bei der Systementwicklung ist die Vereinfachung der Wartbarkeit, Erweiterbarkeit und Änderbarkeit des Systems. Sind die Schnittstellen und Übertragungswege zwischen den Systemkomponenten standardisiert und dokumentiert (z.B. in Form von Protokollen), so können einzelne Teile ausgetauscht und z.B. durch technisch neuartige Komponenten ersetzt werden, ohne dass Seiteneffekte auftreten, die die Gesamtfunktion des Systems beeinträchtigen. Im Kontext von Kommunikationssystemen sind die Architekturmodelle in der Regel als Schichtenmodelle ausgelegt.

Häckelmann, H.; Petzold, H. J.; Strahringer, S. (2000): Kommunikationssysteme: Technik und Anwendungen, Berlin: Springer.

Autor


 

Dr. Kai Riemer, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, ERCIS European Research Center for Information Systems, Lehrstuhl für WI und Interorganisationsysteme, Leonardo-Campus 3, 48149 Münster

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Zuletzt bearbeitet: 26.09.2014 14:04
Letzter Abruf: 22.10.2017 21:13
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