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Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard (BSC) betrachtet ein Unternehmen aus vier Perspektiven (Finanzwirtschaft, Kunden, Prozesse, Lernen und Innovation) und verbindet darin finanzielle mit nicht-monetären Messgrößen. Sie ist ein ganzheitlicher Steuerungsansatz, der dabei hilft, Strategien und Visionen in zielorientierte, erfolgskritische Maßnahmen umzusetzen.

Grundmodell

"The Balanced Scorecard (BSC) provides managers with the instrumentation they need to navigate to future competitive success."
Kaplan, Norton, 1996, 2

Die in Abbildung 1 dargestellte Balanced Scorecard (BSC) wurde Anfang der 1990er Jahre von Robert S. Kaplan (Harvard Business School) und David P. Norton (Nolan Norton Institute) mit dem Ziel der Verbesserung klassischer, monetärer Kennzahlensysteme entwickelt [Kaplan, Norton, 1996, vii].

Einer holistischen Betrachtungsweise folgend, werden aus Vision und Strategie einer Organisation die damit verbundenen spezifischen Ziele, Kennzahlen und Maßnahmen abgeleitet. Je Perspektive sollen 4-7 Kennzahlen für die jeweilige Organisation spezifiziert werden [Horváth, Kaufmann, 1998, 46; Gerberich, Schäfer, Teuber, 2006, 41 ff.].

  • Die Finanzperspektive (Return) repräsentiert die Zielsetzungen, die sich aus den Erwartungen der Kapitalgeber ergeben, z. B. Ertragswachstum, Kostensenkung, Kapitalkosten. 
  • Die Kundenperspektive (Output) beleuchtet den Grad der Erfüllung der Kundenwünsche, z. B. Kundenzufriedenheit, Marktanteil, Kundenbindung.
  • Aus der Prozessperspektive (Prozess) werden die für die Leistungserstellung kritischen Abläufe betrachtet, z. B. Innovations-, Auftragsabwicklungs-, Kundenbetreuungsprozess.
  • In der Lern- und Innovationsperspektive (Input) werden Veränderungs- und Wachstumspotenziale dokumentiert, z. B. Mitarbeiterfluktuation, Anzahl der Neuproduktentwicklungen im Verhältnis zu den vorhandenen Produkten.

Ausgehend von der Strategie werden Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge definiert, die alle vier Perspektiven durchlaufen und miteinander verbinden. Im Zeitablauf wird die Zielerreichung kontinuierlich überprüft und bei Bedarf mit den entsprechenden Maßnahmen korrigiert.

 

Balanced Scorecard

Abbildung 1: Grundmodell der Balanced Scorecard

IT-technische Umsetzung

Die Implementierung in hierarchischen und dezentralen Organisationsstrukturen erfordert die Verknüpfung mehrerer kleinerer z. B. projekt- oder ebenenspezifischer BSCs. Dafür stehen Data Warehouse-Produkte als IT-gestützte Informationssysteme mit einem Business Intelligence Frontend zur technischen Umsetzung am Markt zur Verfügung. Deren Architektur besteht aus den Komponenten Datenextraktion (automatisierte Deckung des Informationsbedarfs mit den in Vorsystemen verfügbaren Daten), Datenhaltung (konsistente, homogene und zentral vorgehaltene Datenbasis), Datenanalyse und –auswertung (Bereitstellung, Strukturierung und Visualisierung der Daten im Frontend) [Herde, 2004, 238 ff.].

Literatur

Gerberisch, Claus W.; Schäfer, Thomas; Teuber, Julia: Integrierte Lean Balanced Scorecard. Methoden, Instrumente, Fallbeispiele. Gabler Verlag, Wiesbaden 2006.

Herde, Alfons: Erfolgsfaktoren nach der Einführung einer Balanced Scorecard. In: Controlling (2004), Nr. 4/5, S. 237-245.

Horváth, Péter; Kaufmann, Lutz: Balanced Scorecard – ein Werkzeug zur Umsetzung von Strategien, In: Harvard Business Manager 20 (1998), Nr. 5, S. 39-48.

Kaplan, Robert S.; Norton, David P.: The balanced scorecard: Translating strategy into action. Harvard Business School Press, Boston, MA 1996.

Autoren


 

Prof. Dr. Thomas Mellewigt, Freie Universität Berlin, Institut für Management, Garystr. 21, 14195 Berlin

Autoreninfo


 

Dr. Carolin Decker, Juniorprofessorin, WHU - Otto Beisheim School of Management, Burgplatz 2, 56179 Vallendar

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Zuletzt bearbeitet: 08.10.2012 16:59
Letzter Abruf: 26.07.2017 10:40
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