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Analysemuster

Analysemuster stellen Objekte der Wiederverwendung im Rahmen des Software Engineerings dar, die bereits in der Anforderungsanalyse wiederverwendbare Beschreibungen von Problem-lösungen fokussieren.

Muster im Requirements Engineering

In der ersten Phase des Software Engineering Prozesses, der Anforderungsanalyse (requirements analysis), werden Domänen-Anforderungen mit Hilfe von semi-formalen Beschreibungssprachen repräsentiert. Sofern bei dieser Analyse Muster verwendet werden, die  bereits in anderen Domänen eingesetzt wurden, spricht man von Analysemustern (analysis patterns). Sie bilden wiederverwendbare und in anderen Kontextsituationen bereits verwendete Repräsentationen von Problemlösungen. Bei einem Analysemuster handelt sich dabei um die von  Einzelfällen abstrahierte Problemlösungsbeschreibung. Diese kann sowohl von einfachen (z.B. analoge Datenstrukturen von Angebot und Auftrag) bis hin zu komplexen und komplizierten Problemlösungen (z.B. Objektstruktur und gekapselte Methoden für die Konditionstechnik in Beschaffung und Absatz) reichen.

Beschreibung von Mustern

Analysemuster sind
von einem Einzelfall abstrahierende
Problemlösungsmodelle, die  in unterschiedlichen Anwendungskontexten
eingesetzt werden.

Analysemuster sind Modelle, die mit Hilfe unterschiedlicher Beschreibungssprachen erstellt werden können. Die verwendeten Sprachen orientieren sich dabei an der Sprache des Domänenexperten. Analysemuster lassen keine direkte Implementierung zu und unterscheiden sich in dieser Hinsicht von Entwurfsmustern. Analysemuster sind bewusst die von einer Implementierung abstrahierende Darstellung für Zwecke der Kommunikation mit den Domänenexperten.

Analysemuster sind „kleine“ Referenzmodelle. Analysemuster können zwar auch ohne eine Implementierung erstellt werden, allerdings wird i.d.R. bei der Vorgabe von objektorientierten Entwicklungsumgebungen in Software-Engineering-Projekten von Analysemustern gesprochen.

Es existieren unterschiedliche Abstraktionsgrade von Analysemustern. Beispielsweise wird ein Analysemuster „Liste“ definiert als Ganzes, welches aus gleichartigen Teilen besteht, die diesem zugeordnet sind. Die Darstellung des Ganzen ist eine Komposition, z.B. besteht das Analysemuster „Auftrag“ aus einem Auftragskopf und Auftragspositionen, wobei jede Position einen Artikelbezug hat.

Literatur

Fowler, Martin: Analysis Patterns: Reusable Object Models. Reading, MA : Addison Wesley, 1997.

Remme, Markus ; Scheer, August-Wilhelm: Konstruktion von Prozeßmodellen. Veröffentlichungen des Instituts für Wirtschaftsinformatik, Heft 125, Hrsg.: August-Wilhelm Scheer. Saarbrücken 1996.

Schütte, Reinhard: Grundsätze ordnungsmäßiger Referenzmodellierung, Konstruktion konfigurations- und anpassungsorientierter Modelle. Wiesbaden : Gabler. 1998.

Autor


 

Dr. Reinhard Schütte, EDEKA Zentrale AG & Co.KG, Finanzvorstand, Hamburg

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Zuletzt bearbeitet: 25.10.2012 11:46
Letzter Abruf: 30.04.2017 10:59
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