Benutzerspezifische Werkzeuge

Konfiguration von Standardsoftware

Unter der Konfiguration von Standardsoftware wird die Erstellung einer unternehmensspezifischen Standardsoftware durch die Auswahl und Verknüpfung einzelner Module verstanden. Voraussetzungen sind die Zergliederung der Standardsoftware in Module sowie die Definition von Schnittstellen zwischen den Modulen.

Durchführung und Voraussetzungen der Konfiguration

Durchführung

Von der Konfiguration einer Standardsoftware (als eine Vorgehensweise des Customizing) wird gesprochen, wenn ein Unternehmen sich den benötigten Funktionsumfang einer Standardsoftware aus einzelnen Bausteinen zusammenstellt. Hierzu werden zunächst einzelne Module ausgewählt: entweder Standardmodule aus dem Lieferumfang der Standardsoftware oder Spezialmodule von anderen Herstellern oder aus eigener Entwicklung (Abbildung 1). Zwischen diesen Modulen werden anschließend mittels vorgegebener Schnittstellen Beziehungen definiert [Stahlknecht, Hasenkamp 2005, S. 298; Abts, Mülder 2010, S. 81]. Dies entspricht einer Bottom-up-Vorgehensweise bzw. einem synthetischen Ansatz [Wedekind, Günzel 1999, S. 450].

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Abb. 1: Visualisierung der Konfiguration

Die Konfiguration ermöglicht es dem Anwenderunternehmen, lediglich diejenigen Module der Standardsoftware zu übernehmen, die tatsächlich gebraucht werden [Horváth, Petsch, Weihe 1986, S. 120; Stahlknecht, Hasenkamp 2005, S. 298]. So können einerseits die Performanz des Systems erhöht und andererseits die Kosten gesenkt werden. Konfiguration als Methode des Customizing gewinnt mit Ansätzen wie Softwarekomponenten, serviceorientierter Architektur sowie Software as a Service an Bedeutung.

Modularisierung als Voraussetzung

Voraussetzung für die Konfiguration ist eine Zergliederung der Standardsoftware in Module. Teilweise wird diese Vorgehensweise daher auch als Modularisierung bezeichnet [Horváth, Petsch, Weihe 1986, S. 120; Stahlknecht, Hasenkamp 2005, S. 298]. Eine Standardsoftware eignet sich besonders dann für die Konfiguration, wenn sie aus vielen einzelnen Modulen besteht, die viele Schnittstellen zu anderen Modulen bzw. zu möglichen Erweiterungen besitzen.

Literatur

Abts, Dietmar ; Mülder, Wilhelm: Grundkurs Wirtschaftsinformatik. 7. Auflage. Wiesbaden : Vieweg & Teubner, 2010.

Horváth, Péter ; Petsch, Manfred ; Weihe, Michael: Standard-Anwendungssoftware für das Rechnungswesen. 2. Auflage. München : Vahlen, 1986.

Stahlknecht, Peter ; Hasenkamp, Ulrich: Einführung in die Wirtschaftsinformatik. 11. Auflage. Berlin, Heidelberg, New York : Springer, 2005.

Wedekind, Hartmut ; Günzel, Holger: "Top-Down"- versus "Bottom-up"-Adaption von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware. In: Buchmann, Alejandro P. (Hrsg.): Datenbanksysteme in Büro, Technik und Wissenschaft (BTW). GI-Fachtagung. Freiburg : Springer, 1999, S. 449-455.

Autoren


 

Dr. Volker Lanninger, Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Operations Research, Prof. Dr. Oliver Wendt, Technische Universität Kaiserslautern, Postfach 3049, D-67653 Kaiserslautern

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Prof. Dr. Oliver Wendt, TU Kaiserslautern, Wirtschaftsinformatik und Operations Research

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Zuletzt bearbeitet: 25.10.2012 13:42
Letzter Abruf: 16.08.2017 17:18
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