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Advanced Planning and Scheduling-System

Dieser Beitrag beschreibt die grundlegenden Konzepte von Advanced Planning and Scheduling-Systemen basierend auf der Idee des Advanced Planning and Scheduling. Dabei wird auf die Charakteristika und die zentralen Aufgaben dieser Systeme eingegangen.

Advanced Planning and Scheduling

Der englische Begriff Advanced Planning and Scheduling hat sich als Bezeichnung für die fortgeschrittene Planung und Terminierung von Produktions- und Logistikprozessen durchgesetzt und zielt auf eine verbesserte Informationsversorgung und Optimierung entlang der gesamten unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette (supply chain) [Günther, Tempelmeier 2005, S. 330]. Die benötigten Informationen werden in der Regel von ERP-Systemen oder Logistiksystemen bereitgestellt, da im Gegensatz zur klassischen Produktionsplanung und –steuerung nicht nur die Ressourcen in der Produktion, sondern auch der Transport und die Lagerhaltung im Rahmen des Supply Chain Managements optimiert werden.

Advanced Planning and Scheduling-System

„APS visualisieren Informationen, reduzieren Planungszeiten und erlauben die einfache Anwendung von Optimierungsverfahren.“
[Fleischmann, Meyr, Wagner 2002, S. 76]

Als Advanced Planning and Scheduling-Systeme (APS) (kurz auch Advanced Planning Systems) werden Softwareprodukte bezeichnet, die die notwendigen Funktionen zur echten, vorausschauenden Planung entlang der Supply Chain bereitstellen. APS werden dabei als Ergänzung zu existierenden ERP-Systemen verstanden (oft sind sie als eigenes Modul integriert) und übernehmen die Planungsaufgaben, während die operativen Transaktionen dem ERP-System überlassen bleiben [Stadtler 2002, S.16]. Prognose- und Simulationsmodelle werden eingesetzt, um verschiedene Planungshorizonte (lang-, mittel- und kurzfristig) betrachten und die damit verbunden Unsicherheiten abschätzen zu können. Letztere stellen bei der Betrachtung der unternehmensübergreifenden Supply Chain eine besondere Herausforderung dar.

APS verfügen über drei Hauptmerkmale [Fleischmann, Meyr, Wagner 2002, S. 74]:

  • Ganzheitliche Planung der gesamten Supply Chain, wenigstens für eine Wertschöpfungskette oder innerhalb eines Netzwerks;
  • Überzeugende Optimierung durch die genaue Definition von Alternativen, Zielen und Beschränkungen der verschiedenen Planungsprobleme;
  • Hierarchisches Planungssystem, welches einen Kompromiss zwischen der Praktikabilität und der Berücksichtigung von Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Planungsaufgaben darstellt.

APS haben das Ziel verschiedene Planungen zu „errechnen“, was häufig zu Akzeptanzproblemen bei den Nutzern führt, da diese fürchten ersetzt zu werden. Dieses Problem wird allerdings durch die o. g. Vorteile dieser Systeme wieder reduziert, zumal am Ende der Mensch die Entscheidungen aufgrund der Ergebnisse fällen muss.

Literatur

Günther, Hans-Otto; Tempelmeier, Horst: Produktion und Logistik. 6. Auflage. Berlin : Springer, 2005.

Fleischmann, Bernhard; Meyr, Herbert; Wagner, Michael: Advanced Planning. In: Stadtler, Hartmut; Kilger, Christoph (Hrsg.): Supply Chain Management and Advanced Planning : Concepts, Models, Software and Case Studies. 2. Auflage. Berlin : Springer, 2002.

Stadtler, Hartmut: Supply Chain Management : An Overview. In: Stadtler, Hartmut; Kilger, Christoph (Hrsg.): Supply Chain Management and Advanced Planning : Concepts, Models, Software and Case Studies. 2. Auflage. Berlin : Springer, 2002.

 

Autor


 

Prof. Dr. Jorge Carlos Marx Gómez, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Abt. Wirtschaftsinformatik I / VLBA, Department für Informatik, Ammerländer Heerstr. 114-118, 26129 Oldenburg

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Zuletzt bearbeitet: 17.04.2015 17:40
Letzter Abruf: 20.11.2017 08:44
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