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Supply Chain Performance Measurement

Das Supply Chain Performance Measurement bewertet die Effektivität und Effizienz der Performanz einer gesamten Supply Chain. Der Vergleich der gemessenen Performanz mit Plan- oder Vergangenheitsdaten ermöglicht die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen.

Unter Supply Chain Performance Measurement wird der Aufbau und Einsatz verschiedener Kenngrößen zur Bewertung der Effektivität und Effizienz der Performanz der Strukturen, Prozesse und Ressourcen nicht nur für ein einzelnes Unternehmen sondern über eine gesamte Supply Chain hinweg verstanden. Während Effektivität dabei das Verhältnis zwischen Zielerreichung und Zielvorgabe bezeichnet, stellt Effizienz das Verhältnis von Input zu Output dar. Die Ergebnisse aus der Performanzmessung werden mit Plan- oder Vergangenheitswerten verglichen, um daraus Maßnahmen für die Gestaltung, Planung oder Steuerung einer Supply Chain abzuleiten. Das Supply Chain Performance Measurement steht damit in einem engen Zusammenhang mit dem Supply Chain Controlling.

Für den Aufbau und Betrieb eines Supply Chain Performance Managements müssen nach Erdmann [Erdmann 2003] die folgenden Aufgaben durchgeführt werden:

  • Festlegung der zu bewertenden Leistungsziele der Supply Chain,
  • Definition der Kennzahlen zur Bewertung der Leistungsziele,
  • Bestimmung der Art und Weise der Datenerhebung,
  • Fixierung von Messzyklen der Kennzahlen,
  • Erfassung der Ausprägungen der Bewertungsgrößen,
  • Pflege der Kennzahlen sowie
  • das Reporting der Messergebnisse. 

Die Auswahl der Kennzahlen zur Bewertung der Leistungsziele stellt dabei den entscheidenden Schritt für den Erfolg eines Performance Managements dar.

Viele Ansätze des Supply Chain Performance Measurement nutzen die Balanced Scorecard wobei deren Standardperspektiven Finanzen, Kunden, Prozesse sowie Entwicklung durch Supply Chain spezifische Kenngrößen wie beispielsweise die Cash-to-Cash Cycle Time ergänzt oder durch weitere Supply Chain bezogene Perspektiven wie beispielsweise Lieferanten oder Kooperationsqualität und –intensität erweitert wird [Stölzle et. al. 2001; Weber 2002].

Hieber [Hieber 2002] entwickelt in seinem Ansatz ein Vorgehensmodell für das Supply Chain Performance Measurement, das auf den Kennzahlen des SCOR-Modells beruht, und mit dem die Kooperationseffizienz, Koordinationseffizienz und die Transformierbarkeit der Supply Chain bewertet werden kann.

Literatur

Erdmann, Mark-Ken: Supply Chain Performance Measurement: Operative und strategische Management- und Controlling-Ansätze. Köln : Josef Eul Verlag, 2003

Hieber, Ralf: Supply Chain Management – A Collaborative Performance Measurement Approach. Zürich : Vdf Verlag, 2002

Stölzle, Wolfgang; Heusler, Klaus; Karrer, Michael: Die Integration der Balanced Scorecard in das Supply Chain Management-Konzept (BSCM). In: Logistik Management, 3 (2001), Nr. 2, S. 73-85.

Weber, Jürgen: Logistik- und Supply Chain Controlling. 5. Auflage, Stuttgart : Schäffer-Poeschel, 2002

 

Autor


 

Prof. Dr. -Ing. Bernd Hellingrath, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, European Research Center for Information Systems, Leonardo-Campus 3, D-48149 Münster

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Zuletzt bearbeitet: 22.08.2012 12:19
Letzter Abruf: 26.03.2017 16:51
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