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eCl@ss

eCl@ss ist ein XML-basiertes Klassifikationssystem zur eindeutigen Beschreibung von Materialien, Produkten und Dienstleistungen [Hepp 2003, S. 146]. Als branchenübergreifender, ISO/IEC-konformer Klassifikationsstandard deckt eCl@ss 39000 Produktklassen und 16000 Produktmerkmale ab [eCl@ss e.V. 2013].

eCl@ss – Struktur

eCl@ss ist ein horizontaler, branchenübergreifender Klassifikationsstandard, der inzwischen 29 Sachgebiete umfasst (z. B. Werkzeug, Bautechnik usw.). Die zu beschreibenden Güter finden sich in einer vierstufigen, hierarchischen Klassifikation wieder (Sachgebiet-Hauptgruppe-Gruppe-Untergruppe) [Hepp 2003, S. 147]. Jedes Gut wird durch Merkmal-Leisten eindeutig beschrieben, denen entsprechende Werte zugeordnet sind (vgl. Abbildung 1).

eCl@ss Übersicht groß

Abbildung 1: Struktur von eCl@ss [eCl@ss e.V. 2013]

Suche in eCl@ss

Die Suche nach Gütern innerhalb von eCl@ss erfolgt entweder über den Hierarchiebaum, die Klassifikationsnummer (z. B. 23-11-07-01) oder über die den Gütern zugeordneten Schlagworte [Hepp 2003, S. 147].

Allgemeines

Das Klassifikationssystem wurde im Jahr 2000 von mehreren führenden deutschen Unternehmen entwickelt und wird seitdem durch den in Köln ansässigen eCl@ss e.V. zentral koordiniert. Das Kostenmodell findet sich in Tabelle 1 wieder [eCl@ss e.V. (a) 2013]:

Produkt
Unternehmen ab 0 bis ≤ 250 Mitarbeitern
Unternehmen  ab 251 bis ≤ 500 Mitarbeitern Unternehmen  ab 501 bis ≤ 1000 Mitarbeitern Unternehmen  ab 1001 bis ≤ 5000 Mitarbeitern Unternehmen  ab 5001 bis ≤ 10000 Mitarbeitern Unternehmen  ab 10001 bis ≤ 20000 Mitarbeitern Unternehmen  ab 20001 Mitarbeitern

Erstmaliger Erwerb
einer Vollversion in einer Sprache

 300 €

 400 €

 600 €

 1800 €

 2500 €

 5000 €

 7500 €

Tabelle 1: Kostenmodell "Basic" von eCl@ss (Version 7.0) [eCl@ss e.V. (a) 2013]

Die Preise beziehen sich auf eine Lizenz pro Unternehmen in einer Sprache. Es gibt noch weitere Preisstaffelungen, die je nach Einsatzzweck und -häufigkeit variieren können.

Ausblick

eCl@ss hat bereits Kooperationen mit anderen Klassifikationssystemen wie z. B. ETIM (Elektrotechnik) oder open-Qclass vereinbart [Hepp 2003, S. 150]. Desweiteren wird eine Internationalisierung des Klassifikationssystems vorangetrieben, das bereits zu 100% in Englisch vorliegt und in 14 weitere Sprachen (teilweise) überführt wurde. Zudem wurde eine gemeinsame Wiki-Plattform zur verbesserten Kollaboration und Information ins Leben gerufen (http://wiki.eclass.eu/wiki/Main_Page). Die aktuelle Version 8.0 wurde nach dem Zusammenschluss mit dem PROLIST® International e.V. im Juli 2012 (einem von BASF in 2008 gegründeten Verein zur Standardisierung von Merkmalsleisten für Geräte aus dem Bereich Elektro- und Prozessleittechnik) die Prozessleit- und Automatisierungstechnik unterstützen [eCl@ss e.V. (c) 2013].

Literatur

Hepp, Martin: Güterklassifikation als semantisches Standardisierungsproblem. Wiesbaden : Gabler Verlag, 2003.

eCl@ss e.V.: eCl@ss – Die gemeinsame Sprache im E-Business. Köln: eCl@ss e.V., 2013. http://www.eclass.de/user/documents/broschuere_eclass_leitfaden.pdf (Abruf: 25.08.2013).

eCl@ss e.V. (a): eCl@ss – Preisübersicht, Version 8.0. Köln: eCl@ss e.V., 2013. http://www.eclassdownload.com/catalog/includes/languages/german/eclass_prices.pdf (Abruf: 25.08.2013).

eCl@ss e.V. (b): eCl@ss – Die gemeinsame Sprache im E-Business. Köln: eCl@ss e.V., 2013. http://wiki.eclass.eu/wiki/Category:Structure_and_structural_elements (Abruf: 25.08.2013).

eCl@ss e.V. (c): eCl@ss – Die gemeinsame Sprache im E-Business. Köln: eCl@ss e.V., 2012. http://www.eclass.de/imperia/md/images/eclass/pdf/newsletter/deutsch/eclass_sonderinformation_juli_2012.pdf (Abruf: 25.08.2013)

 

Autor


 

Prof. Dr. Petra Schubert, Universität Koblenz-Landau, Institut für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik, Professur für Betriebliche Anwendungssysteme, Universitätsstrasse 1, 56070 Koblenz

Autoreninfo


Zuletzt bearbeitet: 03.09.2013 10:31
Letzter Abruf: 20.11.2017 08:46
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