Benutzerspezifische Werkzeuge

Standards im Electronic Business

E-Business Standards bilden die zentrale Grundlage für die inner- und überbetriebliche Kommunikation auf elektronischem Weg. Unterschieden nach fachlichen und technischen Aspekten, lassen sich existierende Standards gemäß ihrer Funktionalität klassifizieren.

Begriffsgrundlage

Datenaustausch innerhalb von Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg ist ein zentraler Bestandteil des E-Business [Quantz, Wichmann 2003, S. 19]. Man unterscheidet dabei zwischen fachlichen (Bezug zu konkreten kaufmännischen Aspekten) und technischen (universell einsetzbaren) Standards als Basis dieser Kommunikation. [Buxmann, Weitzel und König 1999, S. 134] beschreiben sie als "einheitliche Regeln", "welche die Grundlage für die Interaktion zwischen Akteuren (Mensch wie Maschine) bilden." Ihre wichtigste Funktion besteht darin, "exakt festzulegen, wie Daten zwischen den beteiligten Systemen ausgetauscht werden." [Quantz, Wichmann 2003, S. 19].

Klassifikation

"The nice thing about standards is, that there are so many to choose from."

[Tanenbaum 2002, S. 235]

Durch die Vielzahl bestehender Standards im E-Business herrscht eine große Unübersichtlichkeit (vgl. Zitat Tanenbaum), die Quantz und Wichmann veranlasst haben, Standards im E-Business zu systematisieren und entsprechend ihres Einsatzfeldes zu klassifizieren (vgl. Abbildung 1):

E-Business Standards Klassifikation

Abb. 1: Klassifikation von E-Business-Standards [Quantz, Wichmann 2003, S. 31 ff]

Abhängig vom Einsatzzweck werden die Standards weiter in die entsprechenden Gegenstandsbereiche eingeteilt (z. B. Katalogaustausch oder Transportprotokolle). Nicht jeder Standard ist dabei eindeutig einem Gegenstandsbereich zuzuordnen. Manche erfüllen Aufgaben aus mehreren Bereichen [Quantz, Wichmann 2003, S. 42].

Unterscheidungsmerkmale von Standards

Für Standards lassen sich gemäß Quantz und Wichmann vier allgemeine Merkmale identifizieren, nach denen sie unterschieden werden können [Quantz, Wichmann 2003, S. 18]:

  • Spezifikationsprozess: Unterscheidung zwischen von Gremien spezifizierten Standards (top-down) und von der Wirtschaft forcierten De-Facto-Standards, die sich über ihren Verbreitungsgrad als Standard etablieren (bottom-up).
  • Grad der Verbreitung: Von Marktdurchsetzung bis hin zur praktischen Irrelevanz.
  • Grad der Offenlegung: Von öffentlich zugänglichen Dokumentationen bis hin zur Geheimhaltung.
  • Nutzungsrechte: Von einem kostenfreien und uneingeschränkten Zugang bis hin zu zahlungspflichtigen und eingeschränkten Versionen.

Literatur

Buxmann, Peter; Weitzel, Tim; König, Wolfgang: Auswirkung alternativer Koordinationsmechanismen auf die Auswahl von Kommunikationsstandards. In: Zeitschrift für Betriebswirtschaft 52 (1999), Ergänzungsheft 02/99, S. 133-151.

Quantz, Joachim; Wichmann, Thorsten: E-Business Standards in Deutschland. Berlin: Berlecon Research GmbH, 2003.

Tanenbaum, Andrew S.: Computer Networks. Upper Saddle River, NJ : Prentice Hall, 2002.

Autor


 

Prof. Dr. Petra Schubert, Universität Koblenz-Landau, Institut für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik, Professur für Betriebliche Anwendungssysteme, Universitätsstrasse 1, 56070 Koblenz

Autoreninfo


Zuletzt bearbeitet: 25.10.2012 11:51
Letzter Abruf: 20.10.2017 05:13
Artikelaktionen