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Arbeitsplan

Ein Arbeitsplan gibt an, welche Arbeitsschritte und Ressourcen für die Herstellung eines Materials notwendig sind. Hier werden der Aufbau und die Datenmodellierung von Arbeitsplänen beschrieben.

Grundlagen

Ein Arbeitsplan beschreibt die Arbeitsschritte (sog. Arbeits(vor)gänge) und Ressourcen, die für die Herstellung eines Teils (Zwischen- oder Endprodukt) notwendig sind. Arbeitspläne sind PPS-Stammdaten und werden z. B. bei der Erstellung von Fertigungsauftragspapieren, bei der Durchlaufterminierung, der Kalkulation der Fertigungskosten und der Lohnermittlung bei Akkordlohn benötigt. 

Zusammenhang zum Material

Ein Arbeitsplan bezieht sich auf eine Stücklistenstufe. Für ein Teil können mehrere alternative Arbeitspläne definiert sein, z. B. in Abhängigkeit von der Losgröße; andererseits kann ein Arbeitsplan für die Herstellung mehrerer Teile gültig sein. Die Arbeitsgänge eines Arbeitsplans sind i. d. R. nacheinander abzuarbeiten, es können aber auch Verzweigungen (z. B. in Abhängigkeit des Zustands des Teils) oder sich überlappende, parallele oder alternative Arbeitsgänge vorgesehen sein (vgl. [Kurbel 2016, S. 101ff], [Buzacott et al. 2013, S. 43ff]).

Modellierung

Im Datenmodell wird ein Arbeitsgang durch den Arbeitsplankopf und die Arbeitsgänge beschrieben. Im Arbeitsplankopf erfolgt die Identifikation des Arbeitsgangs, der Verweis auf das damit herzustellende Teil und auf die technische Zeichnung sowie die Angabe der Arbeitsplanart (z. B. Produktionsarbeitsplan, Versuchsarbeitsplan oder Reparaturarbeitsplan), des Losgrößenbereichs für den der Arbeitsplan gilt, sowie der Durchlaufzeit und anderer aggregierter Zeiten. Bei den dem Arbeitsplan zugeordneten Arbeitsgängen wird der Arbeitsplatz, an dem die Durchführung erfolgt, und evtl. Ausweicharbeitsplätze angegeben, ebenso evtl. benötigte NC-Programme sowie Zeitdauern für die Durchführung. Diese werden unterschieden nach fixen Rüstzeiten und Bearbeitungszeiten pro Stück. Weiterhin können Zeitanteile für die Nachbereitung, den Transport zur nächsten Bearbeitung und Wartezeiten angegeben sein. Beim Arbeitsgang werden zusätzliche Angaben zu weiteren neben dem Arbeitsplatz notwendigen Ressourcen wie Werkzeuge oder Vorrichtungen gemacht (vgl. [Kurbel 2013, S. 61]).

Literatur

Kurbel, Karl: Enterprise Resource Planning and Supply Chain Management in der Industrie - von MRP bis Industrie 4.0. Berlin/Boston : Walter de Gruyter, 2016.

Buzacott, John A.;  Corsten, Hans; Gossinger, Ralf; Schneider,  Herfried M.: Production Planning and Control: Basics and Concepts. München : Oldenbourg, 2013. 

Autor


 

Prof. Dr. Alfred Taudes, Wirtschaftsuniversität Wien, Institut für Produktionsmanagement, Department of Information Systems and Operations, Nordbergstrasse 15/3, A-1090 Wien

Autoreninfo


Zuletzt bearbeitet: 22.11.2016 14:16
Letzter Abruf: 26.06.2017 19:45
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