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Knowledge Modeling and Description Language

Die Methode der Knowledge Modeling and Description Language (KMDL®) wurde entwickelt zur Modellierung, Analyse und Bewertung wissensintensiver Geschäftsprozesse bzw. wissensintensiver Anteile von Geschäftsprozessen.

Mittels der Betrachtung der Quelle von Wissens- und Informationsobjekten, deren Verwendung sowie der Wissensflüsse innerhalb des wissensintensiven Geschäftsprozesses lassen sich Aussagen über die Wissens- und Informationserzeugung und -nutzung im Prozess treffen. Im Gegensatz zu konventionellen Geschäftsprozessmodellierungssprachen wird neben der Darstellung des expliziten Wissens ebenfalls das im Geschäftsprozess vorhandene stillschweigende Wissen (engl. tacit knowledge) der Akteure erfasst. Somit kann die gesamte Wissensbasis des Unternehmens abgebildet werden.

Die Basis der KMDL® bilden die Wissenskonversionen, welche entlang und zwischen den Geschäftsprozessen eines Unternehmens auftreten. In Übereinstimmung mit NONAKA und TAKEUCHI ist die Interaktion von explizitem und stillschweigendem Wissen die Hauptantriebskraft in der Wissenserzeugung. Bei der Wissensübertragung handelt es sich um eine Interaktion zwischen implizitem und explizitem Wissen, die durch Konversionen zwischen diesen Wissensarten abgebildet werden kann. Es werden die vier Konversionstypen Sozialisation (stillschweigendes Wissen -> stillschweigendes Wissen), Externalisierung (stillschweigendes Wissen -> explizites Wissen), Kombination (explizites Wissen -> explizites Wissen) und Internalisierung (explizites Wissen -> stillschweigendes Wissen) unterschieden.

KMDL

Abbildung: Objekttypen und Konversionen    


In der KMDL® wird grundsätzlich zwischen der Prozess- und der Aktivitätssicht unterschieden. Auf der Prozessebene können die Aufgaben in einen zeitlichen Zusammenhang gebracht werden. Zu jeder Aufgabe können Rollen und verwendete Informationssysteme angegeben werden. Wissenskonversionen werden auf der Aktivitätsebene dargestellt. Start- und Zielobjekte von Konversionen können sowohl Informations- als auch Wissensobjekte sein. Eine Aufgabe in der Prozesssicht kann in der Aktivitätssicht aus mehreren Konversionen bestehen.

Die Modelle können neben einer freien Analyse mit Hilfe unterschiedlicher Sichten (Ein- und Ausblenden von Informationen), Reporte (Objekthäufigkeiten) und Prozessmuster (Identifikation von Schwachstellen und Potenzialen) analysiert werden. Der K-Modeler wurde als Werkzeug zur Modellierung von KMDL®-Objekten entwickelt.

 

Autor


 

Prof. Dr. Norbert Gronau, Universität Potsdam, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government, August-Bebel-Strasse 89, 14482 Potsdam

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Zuletzt bearbeitet: 22.08.2012 11:44
Letzter Abruf: 25.04.2017 02:55
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