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Wissensintensität

Wissensintensität zeigt sich in einem hohen Anteil an Wissen im Vergleich zu Arbeit und Kapital in Leistung und Wertschöpfung. Der Erfolg wissensintensiver Unternehmen beruht auf deren Umgang mit Wissen. Wissensintensive Aktivitäten erfordern Austauschprozesse, die mit verschiedenen Instrumenten gesteuert werden können.

Merkmale

“In general terms, knowledge-intensive firms refer to those firms that provide intangible solutions to customer problems by using mainly the knowledge of their individuals.”
(Ditillo, 2004, S. 401)

Wissensintensität impliziert einen hohen Wissensanteil in der Wertschöpfung und den Leistungen eines Unternehmens. Materielle güter und muskelbasierter Arbeitseinsatz verlieren gegenüber wissensbasierten Operationen, Informationsverarbeitung und Expertenwissen an Gewicht (Ditillo, 2004, S. 401 f.; North, 2016, S. 14 f.).

Wissensintensität zeichnet sich durch die Nutzung vielfältiger Dokumente und Informationsquellen sowie komplexe Aufgabenstellungen ohne einheitliche Lösungswege oder Prozessabläufe aus. Sie erfordert einen regen Austausch mit z. B. Experten, Kollegen oder Kunden; schwach strukturierte Vorgaben und Entscheidungsautonomie werden seltener mit Wissensintensität verbunden. Deshalb werden von Mitarbeitern fachliche, methodische und soziale Kompetenzen erwartet (Bahrs, Gronau, 2008, S. 47). 

Bestimmung

Um den Grad der Wissensintensität zu bestimmen, werden die Dimensionen Wertschöpfungskette und Leistung betrachtet. Daraus ergeben sich die in Abbildung 1 dargestellten Idealtypen.

Wissensintensitätsmatrix

 Abbildung 1: Bestimmung der Wissensintensität (entnommen aus North, 2016, S. 22)

Unternehmen gelten als wissensintensiv, wenn sie maßgeschneiderte Leistungen in Bezug auf die differenzierten Anforderungen ihrer Kunden erbringen, Wissen effektiv innerhalb und außerhalb der Unternehmensgrenzen aufbauen und transferieren sowie effektiv Informations- und Kommunikationstechnologie einsetzen (North, 2016, S. 22 ff.).

Bewältigung

Die Bewältigung wissensintensiver Aktivitäten wird mit Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützt, denn sie erfordern die kooperative, kommunikative und weitgehend selbstorganisierte (Be-)Schaffung und Anwendung von Wissen (Ditillo, 2004, S. 409). Die wichtigste Wissensquelle stellen Kollegen dar, gefolgt von Internet, Intranet und Softwareanwendungen, was die Relevanz von Austauschprozessen verdeutlicht. Diese können z. B. mit Kompetenzmanagement, Communities of Practice und Modellierungsmethoden gesteuert werden (Bahrs, Gronau, 2008, S. 46 f.).

Literatur

Ditillo, Angelo: Dealing with uncertainty in knowledge-intensive firms: The role of management control systems as knowledge integration mechanisms. In: Accounting, Organizations & Society, 29 (2004), S. 401-421.

Bahrs, Julian; Gronau, Norbert: Ungenutzte Potenziale im Wissensmanagement. In: Wissensmanagement, 3 (2008), S. 46-47.

North, Klaus: Wissensorientierte Unternehmensführung. Wertschöpfung durch Wissen. 5. Auflage. Gabler: Wiesbaden 2011.

Autoren


 

Prof. Dr. Thomas Mellewigt, Freie Universität Berlin, Institut für Management, Garystr. 21, 14195 Berlin

Autoreninfo


 

Prof. Dr. Carolin Decker, Universität Bremen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, Wilhelm-Herbst-Str. 5, 28359 Bremen

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Zuletzt bearbeitet: 22.11.2016 16:31
Letzter Abruf: 17.11.2017 22:31
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