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Globalisierung

Globalisierung bezeichnet den Prozess der zunehmenden Verflechtung und Integration geographisch verteilter politischer, kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Systeme.

Begriff

Globalisierung ist als Oberbegriff für die zunehmende internationale Verflechtung unterschiedlicher Systemebenen anzusehen. Häufig wird der Begriff auf die Verflechtung nationaler Märkte [vgl. Levitt, 1983] und damit verbundener Maßnahmen, wie etwa Handelsabkommen, bezogen. Aus Perspektive der Wirtschaftsinformatik beeinflusst der Prozess der Globalisierung in erster Linie Entscheidungen in Organisationen bei der Entwicklung (global verteilte Software-Entwicklung) und dem Betrieb (Globale Informationssysteme) in folgenden Bereichen:

  • Standortentscheidungen: In welcher Region sollen Systeme entwickelt und produziert werden? Dies umfasst Konzepte des Outsourcing und Nearshoring bzw. Offshoring.
  • Märkte: Für welche Zielmärkte werden Produkte und Services entwickelt?
  • Technologien: Welche Technologien werden einbezogen und wie sind diese am Entwicklungsstandort und Zielmarkt entwickelt?
  • Produkte und Services: Welche Produkte und Services werden auf unterschiedlichen Zielmärkten angeboten? Sollen gleiche oder lokal angepasste Produkte auf Zielmärkten angeboten werden (Standardisierung vs. Diversifikation).

Aufgaben der Wirtschaftsinformatik

Aus Sicht der Wirtschaftsinformatik stehen die Prozesse Entwicklung, Management und Distribution von Informationssystemen im Vordergrund. Folgende zentrale Aspekte müssen dabei betrachtet werden:

  • Management und Koordination: Gestaltung von Management- und Koordinations-Prozessen, inklusive Risikomanagement. Der Bereich umfasst zusätzlich die Sicherstellung von Kompetenzen und der Ausbildung der Mitarbeiter in global verteilten Organisationen [vgl. Buhl, König, 2007]. Des Weiteren umfasst dieser Bereich Entscheidungen zu strategischen Aspekten, etwa zur Auswahl von Standorten und organisationalen Aspekten (wie etwa Outsourcing/Offshoring, Kooperationen, Joint Ventures).
  • Prozessgestaltung: Gestaltung der Entwicklungs- und Vertriebsprozesse. Dies umfasst die Gestaltung der Prozesse einer weltweit verteilten kollaborativen Aufgabenerfüllung.
  • Systemintegration: Entwicklung von Konzepten zur Integration bestehender und zur Umsetzung neuer (verteilter) Systeme.
  • Unterstützungssysteme: Bereitstellung von unterstützenden Werkzeugen für global verteilte Prozesse und Teams.
  • Internationalisierung / Lokalisierung: Systemgestaltung, um Systeme an lokale Anforderungen anpassbar zu gestalten (Internationalisierung) und diese Anpassung vorzunehmen (Lokalisierung).

Fazit

Der Begriff der Globalisierung umfasst unterschiedlichste Ebenen, die bereits vielfältige Einflussfaktoren auf global verteilte Organisationen haben. Zentrale Aufgabe der  Wirtschaftsinformatik ist die Untersuchung, Gestaltung und Validierung von Prozessen und Systemen in global verteilten Organisationen.

Literatur

Buhl, Hans Ulrich, König, Wolfgang: Herausforderungen der Globalisierung für die Wirtschaftsinformatik-Ausbildung. In: Wirtschaftsinformatik 49 (2007), Nr. 4, S. 241-243.

Levitt, Theodore: The Globalization of Markets. In: Harvard Business Review 61 (1983), Nr. 3, S. 92-102.

Autor


 

Prof. Dr. Jan M. Pawlowski, University of Jyväskylä, Information Technology Research Institute, Department of Computer Science and Information Systems, Mattillanniemi 2, 40014 University of Jyväskylä Finland

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Zuletzt bearbeitet: 30.09.2013 12:52
Letzter Abruf: 22.11.2017 17:51
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