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Soziales Netzwerk

Der Begriff soziales Netzwerk bezeichnet ein Geflecht sozialer Beziehungen, in das Einzelne, Gruppen, kollektive oder korporative Akteure eingebettet sind.

Der Begriff soziales Netzwerk bezeichnet ein Geflecht sozialer Beziehungen, in das Einzelne, Gruppen, kollektive oder korporative Akteure eingebettet sind [Jansen 2006]. Die Methoden und Techniken, die in verschiedenen Disziplinen verwendet werden, um die Strukturen dieser Netzwerke aufzudecken und Rückschlüsse über die Funktion und Qualität der Netzwerke erlauben, werden gemeinhin unter dem Begriff Analyse sozialer Netzwerke (social network analysis, SNA) zusammengefasst [Wassermann & Faust 1994, Carrington et al. 2005].

Die zentrale Idee der SNA besteht darin, die statistischen Eigenschaften eines formalen Graphen, der als Abbild eines sozialen Netzwerks fungiert, mit dem tatsächlichen Verhalten der realen Akteure in Beziehung zu setzen. Welcher Typ von Interaktion betrachtet wird und ob die Akteure Individuen, Gruppen oder Organisationen sind, variiert in Abhängigkeit von Disziplin und Untersuchungsgegenstand.

Die Wurzeln der SNA liegen in der Anthropologie, der Soziologie, Psychologie und Organisationstheorie. Mittlerweile hat sie sich Disziplinen übergreifend etabliert und verfügt über ein fortgeschrittenes und reichhaltiges Spektrum an qualitativen und quantitativen Methoden. Sie erweist sich seit einigen Jahren auch zunehmend im betriebswirtschaftlichen und wirtschaftsinformatorischen Kontext als hilfreich. Häufig untersuchte Beziehungen sind Informations- und Kommunikationsbeziehungen, Transfer oder Tausch von Ressourcen und Weisungsbeziehungen im Rahmen von Unter- und Überordnungsverhältnissen. Entsprechende Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit den Auswirkungen von Netzwerkstrukturen auf die Leistung von Individuen, Gruppen und Organisationen. Befördert wird die Forschung zu sozialen Netzwerken dadurch, dass die Erhebung von Daten infolge der zunehmenden Verlagerung formeller und informeller Kommunikation auf elektronische Wege einfacher und kostengünstiger geworden ist. Das schafft die Grundlage für eine umfängliche Auswertung der Interaktionsstrukturen von Individuen und Gruppen - innerhalb und über Unternehmensgrenzen hinweg.

Literatur

Carrington, Peter J.; Scott, John; Wasserman, Stanley (Hrsg.): Models and Methods in Social Network Analysis. Cambridge University Press, Cambridge 2005.

Jansen, Dorothea: Einführung in die Netzwerkanalyse - Grundlagen, Methoden, Forschungsbeispiele. 3. Auflage, Berlin: Springer VS, 2006.

Oinas-Kukkonen, Harri; Lyytinen, Kalle; and Yoo, Youngjin (2010) Social Networks and Information Systems: Ongoing and Future Research Streams. Journal of the Association for Information Systems 11(2).

Wasserman, Stanley; Faust, Katherine: Social Network Analysis - Methods and Applications. New York: Cambridge University Press, 1994.

Autor


 

Dr. Kai Fischbach, Seminar für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement, Universität zu Köln, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln

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Dr. Johannes Putzke, Universität zu Köln, Seminar für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement, Pohligstr. 1, 50969 Köln

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Prof. Dr. Detlef Schoder, Universität zu Köln, Seminar für Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement, Pohligstr. 1, 50969 Köln

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Zuletzt bearbeitet: 24.09.2013 13:09
Letzter Abruf: 17.10.2017 15:26
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