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Supply Chain Event Management

Ereignisorientierte Systeme ermöglichen die Überwachung von Beständen, Aufträgen und Warenlieferungen entlang der gesamten Lieferkette. Sie identifizieren erwartete Ereignisse sowie ungeplante Störungen und benachrichtigen den Entscheidungsträger über ihren Status mit dem Ziel eine rechtzeitige Identifizierung der Störungen und der Ausnahmezustände sicherzustellen.

Überblick

Das Supply Chain Management benötigt für eine effiziente Funktionalität einen nahtlosen Informationsfluss innerhalb des Unternehmensnetzwerkes. Das ereignisorientierte Prozessmanagement  trägt zu diesem Ziel bei indem es alle Beteiligten über die realen Warenströme informiert.

Das Supply Chain Event Management (SCEM) ermöglicht die permanente Überwachung des Material- und Warenflusses entlang der gesamten Wertschöpfungskette und realisiert ein koordiniertes Management im Falle von Versorgungsstörungen und Ausnahmesituationen. [Beckmann 2003, S. 113]. Die Aufgabe des SCEM ist eine aktive und kundenorientierte Überwachung der Lieferkette um die Störungen und Abweichungen im Wertschöpfungsprozess rechtzeitig zu erkennen und mögliche Lösungswege vorzuschlagen. Damit steigert das SCEM die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit der gesamten Supply Chain.

Mit dem SCEM wird eine Schnittstelle zwischen dem im Supply Chain Planning vordefinierten und geplanten Prozess und dem Verlauf des Prozesses im operativen Ablauf der Supply Chain Execution erstellt [Arnold, Isermann, Kuhn et al. 2008, S. 481]. Werden Abweichungen zwischen dem aktuellen Ist- Zustand des Prozesses und dem geplanten Verlauf beobachtet, leitet das SCEM unverzüglich eine Reihe von Reaktionsmaßnahmen ein, die zur Behebung der Störungen und einer planmäßigen Fortsetzung des Prozesses dienen bzw. alternative Lösungsmöglichkeiten vorschlagen.

Ein SCEM System erweitert die Funktionalität von Track & Tracing Anwendungen. Die dort generierten Statusmeldungen werden an den Entscheidungsträger in Echtzeit weitergeleitet. Später führt das SCEM die Soll-Ist-Analyse durch und wandelt die Signale in geplante Ereignisse oder ungeplante Störungen um. Der größte Vorteil des SCEM ist die Transparenz über mehrere Stufen der Lieferkette hinweg, da im Idealfall alle einzelnen Abläufe ständig überwacht und gesteuert werden. Allerdings machen eine hohe Komplexität und Dynamik der Prozesse in einer Wertschöpfungskette die effektive Implementierung des SCEM zu einer schwierigen Aufgabe.

Literatur

Arnold, Dieter; Isermann, Heinz; Kuhn, Axel; Furmans, Kai; Tempelmeier, Horst (Hrsg.): Handbuch Logistik. Berlin : Springer, 2008.

Beckmann, Holger (Hrsg.): Supply Chain Management. Berlin : Springer, 2003.

Autor


 

Dr. Irena Okhrin, Europa-Universität Viadrina, Juniorprofessur in Information & Operations Management, Postfach 1786, 15207 Frankfurt (Oder)

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Zuletzt bearbeitet: 16.10.2012 14:44
Letzter Abruf: 25.03.2017 20:42
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