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GTIN

Die Global Trade Item Number (GTIN) ist ein Standard zur Identifizierung und Kennzeichnung von Produkten. Sie löst die bis 2009 verwendete European Article Number (EAN) ab. Die GTIN findet hauptsächlich im Einzelhandel Anwendung, stellt aber auch eine Grundlage für die Kommunikation im E-Business dar.

Gegenstand

Die Global Trade Item Number (GTIN) dient der einheitlichen und weltweit eindeutigen Kennzeichnung und Identifizierung von Produkten sowie der Standardisierung der zwischenbetrieblichen Kommunikation [GS1 Germany]. Dieser Standard erleichtert die zwischenbetriebliche Kommunikation im E-Business, da die Übertragung von Stammdaten sowie die Notwendigkeit bilateraler Vereinbarungen vermieden werden. Die kostenpflichtige Vergabe und Verwaltung der GTIN erfolgt durch die globale Standardisierungsorganisation GS1.

Systematik

Die GTIN besteht typischerweise aus der in Abbildung 1 an einem Beispiel dargestellten 13-stelligen Nummer (GTIN-13) und enthält in Deutschland

  • einen Länderpräfix zur Kennzeichnung des Herstellerlandes,
  • eine Internationale Lokationsnummer (ILN) zur Kennzeichnung des Herstellers,
  • eine vom Hersteller individuell festgelegte Artikelnummer,
  • und eine Prüfziffer [Stahlknecht, Hasenkamp 2005, S. 145].

GTIN-Systematik 

Abb. 1: Systematik der GTIN-13 (Beispiel)

Neben der grundlegenden GTIN mit 13 Stellen existieren für spezielle Einsatzszenarien verschiedene Varianten der GTIN, die in Länge, Menge der codierten Information und teilweise Aufbau variieren.

So ist GTIN-8 eine auf acht Stellen verkürzte Variante der GTIN-13, die keine ILN enthält. Die kürzere GTIN-8 findet bei Artikeln Anwendung, deren geringe Größe gegen die Verwendung der längeren GTIN-13 spricht [GS1].

Die GS1-128 ermöglicht die Speicherung weiterer Zusatzinformationen, die die Aussagekraft und Flexibilität der GTIN erweitern und eine universellere Verwendung erlauben.

Anwendungen

Das Hauptanwendungsgebiet der GTIN ist die Identifizierung von Artikeln am Point of Sale im Einzelhandel. Andere Anwendungen finden sich in der Logistik sowie im Gesundheitswesen. Bei diesen Anwendungen werden in Regel die GS1-128 verwendet [Reindl, Oberniedermaier 2002, S. 279]. Im Rahmen des Electronic Data Interchange (EDI) wird die GTIN zudem in einer Reihe von Standards, wie EDIFACT, ebXML, EANCOM, GS1-XML und WebEDI verwendet [GS1 Germany].

Literatur

GS1: GS1 Identification Key Series - GTIN (Global Trade Item Number). http://www.gs1.org/docs/idkeys/GS1_GTIN_Executive_Summary.pdf.  Abruf am 11.07.2011.

GS1 Germany: Systematik und Aufbau der GTIN (ehem. EAN). http://www.gs1-germany.de/standards/identifikationssysteme/produkte_gtin/gtin/aufbau/index_ger.html. Abruf am 11.07.2011.

Reindl, Martin; Oberniedermaier, Gerhard: eLogistics: Logistiksysteme und –prozesse im Internetzeitalter. München u. a.: Addison-Wesley-Verlag, 2002.

Stahlknecht, Peter; Hasenkamp, Ulrich: Einführung in die Wirtschaftsinformatik. 11. Auflage, Berlin u. a.: Springer-Verlag, 2005.

Autor


 

Prof. Dr. Ralf Peters, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere E-Business, Universitätsring 3, 06108 Halle (Saale)

Autoreninfo


Zuletzt bearbeitet: 25.10.2012 12:33
Letzter Abruf: 01.05.2017 04:28
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