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E-Government

Der Begriff E-Government bezeichnet den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie im öffentlichen Sektor mit dem Ziel das Verhältnis zwischen öffentlichen Einrichtungen und Gesellschaft zu transformieren. Er bezieht sich einerseits auf die Durchführung von Verwaltungsprozessen („E-Administration“) sowie andererseits auf die Unterstützung von politischen Meinungs- und Willensbildungsprozessen („E-Democracy“) durch elektronische Medien.

Bereich E-Administration

Der Bereich der E-Administration umfasst dabei die elektronische Abbildung sowohl der Interaktion von Bürgern und Unternehmen mit der Verwaltung, als auch der Prozesse innerhalb der Verwaltung. Dieser wird in eine Evolution über vier Stufen eingeteilt: innerhalb der Informationsstufe (1) stellen öffentliche Einrichtungen Informationen im Internet bereit. In der Kommunikationsstufe (2) wird eine rechtlich unverbindliche Kommunikation mit der öffentlichen Einrichtung ermöglicht, z. B. E-Mail-Kommunikation oder Download von Formularen. Die Transaktionsstufe (3) ermöglicht in einzelnen abgegrenzten Vorgängen eine rechtsverbindliche Kommunikation, die vollständig elektronisch abgebildet wird, wie z. B. das Einreichen einer Steuererklärung. In der Transformations-/Integrationsstufe (4) werden Verwaltungsprozesse elektronisch durch standardisierte Schnittstellen über Behörden-, Landes- und Bundesgrenzen hinweg umgesetzt.

Bereich E-Democracy

Der Bereich E-Democracy umfasst zwei Gebiete; einerseits die Umsetzung von Beteiligungsverfahren, bei denen Bürger und Unternehmen konkrete Gesetzesvorschläge und Entscheidungsvorlagen von öffentlichen Verwaltungen kommentieren sowie Anträge stellen können. Hierbei kann zwischen drei Stufen unterschieden werden. So stellt die Informationsstufe eine einseitige Beziehung zwischen Staat und Bürgern dar, in der der Staat als Produzent und Bereitsteller von Informationen auftritt. Unter Beratung (Konsultationsstufe) wird eine beiderseitige Beziehung verstanden, in der Informationen von politischen Institutionen bereitgestellt werden, auf die eine Rückmeldung von Seiten der Bürger erfolgt. Die Festlegung des Beratungsthemas und die konkrete Fragestellung obliegen der politischen Einrichtung. Eine partnerschaftliche Kooperation zwischen politischem Entscheidungsträger und Bürgern, in der die Bürger aktiv auf den Inhalt und die Struktur des politischen Entscheidungsprozesses Einfluss nehmen können, wird als aktive Beteiligung (aktive Partizipationsstufe) bezeichnet. Andererseits umfasst E-Democracy die elektronische Abbildung von Wahlen, die mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie umgesetzt werden. Hierbei kann im Wesentlichen zwischen Wahlcomputern und Internet-basierten Verfahren unterschieden werden. Wahlcomputer bieten die Möglichkeit die Stimmabgabe in der Wahlkabine durch elektronische Hilfsmittel zu vereinfachen. Internet-basierte Verfahren ermöglichen Wählern die Stimmabgabe über eine oftmals unsichere Infrastruktur.

Weiterführende Literatur

Veit, Daniel and Huntgeburth, Jan: Foundations of Digital Government – Managing and Leading in the Digital Era. Heidelberg : Springer Publishing, 2013.

 

Autor


   

Prof. Dr. Daniel Veit
Lehrstuhl für Information Systems & Management
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Augsburg
Universitätsstraße 16, 86159 Augsburg

Autoreninfo


Zuletzt bearbeitet: 15.10.2013 13:14
Letzter Abruf: 18.01.2017 00:21
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