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Kodifizierung

Die Kodifizierung stellt den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in den Vordergrund. Im Gegensatz zur Personalisierung wird Wissen als Objekt betrachtet, welches in Datenbanken bzw. Wissensmanagementsystemen abgelegt wird. Dieser Ansatz wird der ersten Generation des Wissensmanagement zugeordnet.

Technikorientiertes Wissensmanagement

Bei der Kodifizierung steht der Aufbau und Betrieb technologischer Infrastrukturen im Vordergrund, um auf dokumentiertes Wissen zugreifen zu können. Wissen soll systematisch erfasst und in einer Datenbank bzw. einem Wissensmanagementsystem abgelegt werden. Dabei wird Wissen als Objekt verstanden, welches in expliziter, kontextfreier und generalisierbarer Form, losgelöst vom Wissensträger, existieren kann [Schreyögg, Geiger 2003, S. 4]. Im deutschsprachigen Raum wird in diesem Zusammenhang auch von technikorientiertem Wissensmanagement gesprochen (vgl. z. B. [Lehner 2000, S. 231 f.]).
Einige Autoren ordnen den Ansatz der Kodifizierung auch der ersten Generation des Wissensmanagement zu, bei dem die Strukturierung und Optimierung von Informationsflüssen im Vordergrund steht. Diese erste Generation wird auch als ingenieurwissenschaftliche Entwicklungslinie oder IT-Track bezeichnet (vgl. [Bick 2004, S. 20 f.]).

Kodifizierungsstrategie

Der Begriff Kodifizierung ist eng mit der Kodifizierungsstrategie (engl. codification strategy) [Hansen, Nohria, Tierney 1999] verbunden. Ausgehend von einer Untersuchung verschiedener Beratungsunternehmen haben die Autoren zwei generelle Wissensmanagement-Ansätze bzw. -Strategien abgeleitet: die Kodifizierungsstrategie und die Personalisierungsstrategie. So haben beispielsweise Andersen Consulting sowie Ernst & Young diesen Ansatz verfolgt. Grundsätzlich sollte der Wissensmanagement-Ansatz der generellen Ausrichtung eines Unternehmens folgen (Geschäftsmodell, Kunden, Mitarbeiter etc.). Dabei wird eine 80-20 Aufteilung vorgeschlagen, so dass die dominierende Strategie (80%) von der jeweils anderen Strategie (20%) unterstützt wird (Abbildung 1). Nach Hansen et al. wird die totale Nichtberücksichtigung des jeweils anderen Wissensmanagement-Ansatzes zu einem Misserfolg führen [Hansen, Nohria, Tierney 1999, S. 112 ff.].

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Abb. 1: Verhältnis von Kodifizierungs- und Personalisierungsstrategie

Literatur

Bick, Markus: Knowledge Management Support System : Nachhaltige Einführung organisationsspezifischen Wissensmanagements. Universität Duisburg-Essen, Dissertation, 2004.

Hansen, Morton T. ; Nohria, Nitin ; Tierney, Thomas: What’s Your Strategy for Managing Knowledge? In: Harvard Business Review 77(1999), Nr. 3-4, S. 106 - 116.

Lehner, Franz: Organisational Memory : Konzepte und Systeme für das organisatorische Lernen und das Wissensmanagement. München : Hanser, 2000.

 

Autor


 

Prof. Dr. Markus Bick, ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin, Juniorprofessur für Wirtschaftsinformatik, Heubnerweg 6, 14059 Berlin

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Zuletzt bearbeitet: 31.10.2012 20:11
Letzter Abruf: 26.03.2017 15:01
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