Benutzerspezifische Werkzeuge

Mobiltelefon

Smartphones dienen als mobile Endgeräte der Sprach- und Datenübertragung. Die Übertragung findet über drahtlose Verbindungen per SIM-Karte in Mobilfunknetzen sowie über z.B. ein WLAN-Modul in Computernetzen statt.

Begriff

Bei einem Smartphone handelt es sich um ein mobiles Endgerät zur Sprach- und Datenkommunikation. Zusammen mit Mobiletelefonen (Handys) und Personal Digital Assistants (PDA) wird es den Handhelds zugeordnet, die so klein und leichtgewichtig sind, dass sie in die Hosentasche passen [Hansmann, Merk, Nicklous 2003, S. 29; zum Begriff siehe nachstehende Abbildung nach Roth 2005, S. 389; Hansmann, Merk, Nicklous 2003, S. 29ff., ergänzt um aktuelle Entwicklungen (Tablets, E-Book-Reader)]. Während PDA als eigenständige Endgeräte heute kaum noch Bedeutung haben (ihre Funktionalität ist in Smartphones enthalten), sind- weltweit betrachtet – einfache Mobiletelefone auf Basis des GSM-Standards nach wie vor weit verbreitet.

Mobiltelefon_Abb1

Abb. 1: Begriffliche Einordnung

Die Endgerätemobilität ist neben der Personenmobilität, der Dienstmobilität und der Sitzungsmobilität eine Ausprägung der primären Mobilitätsform (im Folgenden [Küpper, Reiser, Schiffers 2004, S. 69 ff.]). Unter der Mobilität des Endgerätes wird die räumliche Beweglichkeit von portablen Geräten verstanden. Endgerätemobilität wird durch Kommunikationsnetze auf Basis von Mobilfunk- oder Computertechnologien unterstützt.

Das Smartphone ist – im Gegensatz zum einfachen Mobiltelefon - ein Universalgerät. Es ist nicht für einen spezifischen Anwendungszweck erstellt worden, sondern erhält seine Funktionalität durch die Installation von Software [Roth S. 388], die im Falle von Smartphones und Tablets als „Apps“ bezeichnet werden. Für bestimmte Funktionalitäten sind darüber hinaus spezifische Hardwarekomponenten erforderlich. Ein weiter wesentlicher Unterschied zu einem einfachen Mobiltelefon findet sich in der Bedienung des Geräts: Smartphones verfügen über ein berührungsempfindliches Display (Touch-Screen), welches mit den Fingern bedient wird. Auch eine physische Tastatur ist nicht vorhanden. Stattdessen wird im Display je nach Verwendungszweck ein Ziffernblock (zum Telefonieren) oder eine QWERTZ-Tastatur (zum SMS-Schreiben oder für weitere Nutzungsalternativen) eingeblendet.

Funktionsweise in der Verwendung als Telefon

Ein Smartphone besteht aus einem Bedienteil in Form des Displays, einem Lautsprecher, einem Mikrofon, einer integrierten Antenne, einer Stromversorgung, einem Mikrocontroller sowie einer SIM-Karte (Subscriber Identity Module). In der Basisfunktionalität erlaubt das Telefon das Empfangen und Versenden von Sprache sowie Daten (z.B. SMS). Die hierfür am häufigsten eingesetzte Technologie ist der GSM-Standard (Global System for Mobile Communications).

Die SIM-Karte wird vom Betreiber eines Mobilfunknetzes ausgeliefert und dient der Identifikation des Nutzers des Telefons gegenüber dem Mobilfunknetz. Das Telefon meldet sich über die SIM-Karte an einer Sendestation des jeweiligen Netzbetreibers an. Die kontinuierliche Dienstnutzung eines Teilnehmers über den Wirkungsbereich einer Sendestation hinaus erfordert es zusätzlich, dass die Funkverbindung durch „Handover“ zwischen verschiedenen Sendestationen (Mikromobilität) und durch „Roaming“ zwischen Mobilfunknetzen verschiedener Betreiber (Makromobilität) weitergereicht wird [Küpper, Reiser, Schiffers 2004, S. 69 ff., Roth 2005, S. 60 ff.].

Funktionsweise in anderen Verwendungen  

Ein Smartphone kann als Universalgerät neben der Nutzung als Telefon für unterschiedliche andere Verwendungszwecke eingesetzt werden. Hierzu ist zwischen Funktionen zu unterscheiden, die spezifische Hardwarekomponenten voraussetzen und solchen, welche lediglich die Installation von Software erfordern.

Das Smartphone kann z.B. als Fotoapparat und Videokamera (Hardware: Kamera), Navigationssystem (Hardware: GPS-Modul), Spielekonsole (Hardware: Lagesensor), Radio (Hardware: UKW-Antenne via Headset) oder Datenspeicher (Hardware: Speicherchip) verwendet werden.

Über die Installation von „Apps“ eröffnen sich, wie bei einem PC, unendlich viele Verwendungsmöglichkeiten:

Über einen Standardbrowser kann mit dem Smartphone via Mobilfunk- oder Computernetz im Internet gesurft werden. Viele Betreiber von Internetseiten realisieren ihre Websites mittlerweile so, dass diese für das jeweilige, im Vergleich zum stationären PC sehr viel kleinere Display optimiert aufbereitet werden (Christmann, Voigts, Hagenhoff 2011; z.B. http://m.spiegel.de). Alternativ bieten Webseitenbetreiber Apps zum Download an, in welchen der Inhalt der jeweiligen Website angezeigt und genutzt werden kann. Dieses erleichtert die Navigation auf und die Interaktion mit der Website über das relativ kleine Smartphone-Display(z.B. die Lese-Apps verschiedener Tageszeitungen oder Magazine, oder Mobile-Banking-Apps von Kreditinstituten).

Das Smartphone umfasst Funktionalität, die früher über einen PDA bereitgestellt wurde. Es erlaubt den Zugriff auf Mails, Kontakte sowie den elektronischen Kalender, in dem es z.B. auf das firmeneigene Groupwaresystem wie z.B. den Microsoft-Exchange-Server zugreift. Alternative, freie Dienste, wie sie z.B. von Google angeboten werden, können ebenfalls über standardisierte Schnittstellen auf dem Smartphone nutzbar gemacht werden. Über Apps zum Anzeigen von Dokumenten in unterschiedlichen Formaten können an Mails angehängte Dateien geöffnet und ggf. auch rudimentär bearbeitet werden.

Mithilfe des Smartphones können Location-Based-Services (LBS) genutzt werden. Hierbei handelt es sich um Dienste, welche den aktuellen Aufenthaltsort des Nutzers verarbeiten um diesem ortsspezifisch gefilterte Informationen auszuliefern. Beispiele hierfür sind Fahrplanauskünfte für Bus und Bahn (App „Öffi“, App „Scotty“), Kinoprogramme (App „AbInsKino“), Restaurantfinder (App „Local“) oder Taxirufdienste (App „MyTaxi“).

Das Smartphone kann auch als Lesegerät verwendet werden. Neben den Lese-Apps für Magazine und Zeitungen können mit Hilfe von E-Book-Reader-Apps (z.B. Kindle-Reader-App) digitale Bücher rezipiert werden. 

Literatur

Christmann, Stefan; Voigts, Rasmus; Hagenhoff, Svenja: Webseitenoptimierung für die mobile Internetnutzung. HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik (2011) 277, S. 109-117.

Hansmann, Uwe; Merk, Lothar; Nicklous Martin: Pervasive computing: the mobile world. 2. Auflage. Springer: Berlin 2003.

Küpper, Axel; Reiser, Helmut; Schiffers, Michael: Mobilitätsmanagement im Überblick: Von 2G zu 3,5 G. Praxis der Kommunikationsverarbeitung und Kommunikation (PIK), 27 (2004) 2, S. 68-73.

Roth, Jörg: Mobile Computing: Grundlagen, Technik, Konzepte. 2. Auflage. dpunkt.verlag: Heidelberg 2005.

 

Autor


 

Prof. Dr. Svenja Hagenhoff, Professorin für E-Publishing und Digitale Märkte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Katholischer Kirchenplatz 9, 91054 Erlangen

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Zuletzt bearbeitet: 26.09.2014 09:42
Letzter Abruf: 23.09.2017 22:08
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