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Informationsfluss

Informationsfluss bezeichnet grundsätzlich den Weg von Informationen von einer Quelle zu einer Senke. Dies ist unabhängig davon, wo sich Quelle und Senke befinden. Dabei sind diese im Rahmen der geforderten Parameter zu liefern.

Grundlegendes Verständnis

Informationen als solche sind nicht an Informationstechnologie gebunden. Sie sind Bestandteil aller arbeitsteiligen (Produktions-)Prozesse innerhalb eines Unternehmens und lassen sich in jedweder Form präsentieren und übermitteln [Spitta und Bick 2008, S. 1 f.]. Als Informationsfluss wird der Weg bezeichnet, den Informationen nehmen, um bei einem oder mehreren Empfängern einzutreffen. Diese Interpretation lässt sich auch seit der Version 2.0 in der Unified Modeling Language (UML) als Modellierungselement zu Gunsten des Informationsflusses wieder finden.

Informationsfluss aus Organisationssicht

Wird das systemorientierte Modell des instrumentalen und institutionellen Organisationsbegriffes zu Grunde gelegt [Krallmann et al. 2013,  S. 16 ff.], bilden Informationsflüsse die vielfältigen Beziehungen in allen internen und externen Unternehmensbereichen und zwischen ihnen ab [Spitta und Bick 2008, S. 4]. Im Sinne einer Logistik werden Informationen durch Informationsflüsse zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in richtiger Art und Qualität geliefert. Dies gilt, im Gegensatz zur Informationslogistik [Dinter und Winter, 2008, S. 3], auch innerhalb einer Betrachtungseinheit.

Informationsfluss aus Sicht der Informationstheorie

In der Informationstheorie werden Quelle und Senke als Variablen aufgefasst. Der Informationsfluss ist somit der Transfer von Informationen von einer Variablen h zu einer Variablen l in einem gegebenen Prozess. Das Maß des Informationsflusses p ist definiert als die Ungewissheit vor Prozessstart abzüglich der Ungewissheit nach Prozessabschluss. Effizienter Informationsfluss kann den Nutzen innerhalb einer Organisationseinheit fördern. Effizienzhürden liegen in der Interpretationsdynamik von Informationen als auch dem Volumen der zur Verfügung gestellten Informationen. Zusätzlich wirken organisatorische Veränderungsprozesse auf Informationsflüsse ein, um einer Umfeld- und Umweltdynamik Rechnung zu tragen und damit Informationsflüsse ggf. neu abzubilden. Durch diese Dynamik als auch das wachsende Informationsvolumen ist heutzutage nicht mehr ausschließlich der Informationsfluss von Interesse, sondern zusätzlich die Informationsfilterung, um Empfängern exklusiv die relevanten Informationen zu liefern.

Literatur

Dinter, B.; Winter R.: Integrierte Informationslogistik. Springer-Verlag: Berlin, Heidelberg 2008.

Krallmann, H.; Bobrik, A.; Levina, O.: Systemanalyse im Unternehmen – Prozessorientierte Methoden der Wirtschaftsinformatik. 6. Auflage. Oldenbourg: München et al., 2013.

Spitta, T.; Bick, M.: Informationswirtschaft – Eine Einführung. 2. Auflage. Springer-Verlag: Berlin, Heidelberg 2008.

Autor


 

Univ.-Prof. Dr. rer. oec. Carsten Felden, TU Bergakademie Freiberg (Sachsen), Fakultät für Wirtschaftswissenschaften insbes. Internationale Ressourcenwirtschaft, Direktor Institut für Wirtschaftsinformatik, Professur für ABWL insb. Informationswirtschaft/Wirtschaftsinformatik, Silbermannstr. 2, 09599 Freiberg (Sachsen)

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Zuletzt bearbeitet: 22.11.2016 16:47
Letzter Abruf: 20.08.2017 23:07
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