Benutzerspezifische Werkzeuge

Webmonitoring

Michaela Geierhos (unter Mitarbeit von Frederik S. Bäumer)

Webmonitoring (auch Web Monitoring, Internet Monitoring) beschäftigt sich mit der fokussierten, kontinuierlichen Erhebung und Analyse online frei zugänglicher Daten im Hinblick auf zuvor definierte Fragestellungen.

Web Monitoring dient oftmals der Überwachung eigener Webressourcen hinsichtlich betriebswirtschaftlicher Ziele und geht einher mit der systematischen Beobachtung und Analyse von Unternehmens-, Marken-, Produkt-, Personen- oder Themennennungen im World Wide Web (Meier, 2013). Zur zielgerichteten Durchführung ist es vorab notwendig, die zu überwachenden Webressourcen sowie die Fragestellung(en), hinsichtlich welcher eine Quelle zu überwachen ist, initial festzulegen. Diese Form des Monitorings kann auch dazu genutzt werden, die Popularität, Zuverlässigkeit oder Robustheit eigener Systeme im Konkurrenzvergleich zu beurteilen. Web Monitoring kann dabei sowohl manuell als auch automatisiert ausgeführt werden, wobei eine Vielzahl an (teils kostenlosen) Anwendungen in diesem Bereich existiert, die sich verschiedenen Schwerpunkten des Web Monitorings (bspw. Ranking in Suchmaschinen, Klickpfaden in Shopsystemen etc.) widmet.

Anwendungsbeispiele

Webmonitoring ist ein facettenreiches, hochgradig praxisrelevantes Thema. Oftmals bezieht es sich insbesondere auf den Aspekt der Verfügbarkeit von im Web verfügbarer Ressourcen, zum Beispiel das Verhältnis von Online/Offline Zeiten. Eine Vielzahl weiterer Anwendungsbeispiele findet sich in Croll & Power (2009). Drei Anwendungsbeispiele inklusive zugrundeliegenden Fragestellungen werden im Folgenden exemplarisch vorgestellt.

1. Fragestellung: Woher kommen die Webseitenbesucher und finden sie, was sie suchen?

Eine klassische Fragestellung ist die, welche Internetseiten Ausgangspunkt des Besuchs der eigenen Webseite sind, wie sie die Besucher auf der Webseite verhalten, und ob sie die Webseite erneut aufsuchen werden. Solche Fragestellungen sind unter mehreren Gesichtspunkten interessant: Zum einen gibt die Verweildauer, die Anzahl und Reihenfolge angeschauter Unterseiten, die gekauften Produkte oder getätigten Interaktion Aufschluss über den Erfolg oder Misserfolg unternehmerischer Bemühungen im Web. Zum anderen lassen sich beispielsweise sogenannte Absprungseiten identifizieren, wo Besucher das Interesse verloren haben oder nicht mehr weiterkommen (z. B. auf Grund fehlender Seiten, 404). Solche Daten, die über einen gewissen Zeitraum erhoben wurden, können dieses Verhalten nachweisen, aber auch den Erfolg von Gegenmaßnahmen aufzeigen.

2. Fragestellung: Wie steht eine Webseite im Vergleich zur Konkurrenz dar?

Natürlich beschränkt sich Web Monitoring nicht nur auf die eigenen Bemühungen und Webseiten. Fragestellungen zur Popularität und Umfang der eigenen Angebote, die Position in Suchmaschinen (Ranking) sowie die Verweildauer der Benutzer lassen sich auch im Vergleich zur Konkurrenzangeboten beantworten und stellen besondere Herausforderungen an die zu akquirierenden Daten. Diese müssen vergleichbar sein und sich daher beispielsweise auf den gleichen Zeitraum und vergleichbare Angebote beziehen.

3. Fragestellung: Wie schütze ich mich gegen Diebstahl von Inhalten?

Eine praxisrelevante Anwendung ist die Kontrolle von Inhalten im Rahmen der immer wichtiger werdenden Suchmaschinenoptimierung (SEO) von Webseiten. Dies geht oftmals mit der Fragestellung einher, ob Inhalte von der eigenen Webseite auf fremden, gegebenenfalls sogar konkurrierenden Webseiten eingesetzt werden, was als schädlich für den eigenen Webauftritt gewertet wird. Einmalige Inhalte (unique content) gelten im SEO als wertvolle Maßnahme für eine gute Suchmaschinenposition und somit als schützenswert. Durch Web Monitoring kann der Diebstahl von Inhalten aufgedeckt, frühzeitig unterbunden und Schaden somit abgewendet werden.

Social Media Monitoring

Social Media Monitoring (SMM) bezeichnet eine Spezialisierung des bisher dargestellten Webmonitorings, welches den Fokus auf User Generated Content (UGC) legt. Gegenstand sind insbesondere Blogs, soziale Netzwerke und Foren, welche die Datengrundlage für qualitative und quantitative Gesprächs- und Trendanalysen mit resultierenden Meinungsbildern im Social Web bilden (Oßwald, 2010). Das SMM wird mit sogenannten Social Media Monitoring Tools durchgeführt, wobei zwischen kostenlosen (z. B. Hootsuite) und kostenpflichtigen (z. B. Brandwatch) Tools zu unterscheiden ist. Fragestellungen des SMMs stehen oftmals im Konflikt mit geltendem Bundesdatenschutzgesetz.

Literatur

Croll, A. und Power, S. (2009): Complete Web Monitoring. 1. Auflage. O'Reilly Media, Sebastopol.

Meier, A. (2013). Web Monitoring. In Blattner, M. (Hrsg.), Praxis der Wirtschaftsinformatik. Heft 293. dpunkt.verlag, Fribourg, Schweiz. ISBN: 978-3-86490-061-7.

Oßwald, S. (2010). Social Media Monitoring. In T. Schwarz & A. Schüler (Hrsg.), Leitfaden
WOM Marketing. (S. 389-394). Waghäusel: marketing-BÖRSE.

Autor


 

Jun.-Prof. Dr. Michaela Geierhos, Universität Paderborn, Heinz-Nixdorf-Institut, Wirtschaftsinformatik, insb. CIM, Fürstenallee 11, 33102 Paderborn

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Zuletzt bearbeitet: 12.12.2016 16:30
Letzter Abruf: 23.04.2017 14:00
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